Der Brennofen in Wrisbergholzen und Grabungsfunde

Im Mai1990 wurden im Gebäude der Fayence-Manufaktur in Wrisbergholzen im Rahmen eines Studienseminars für Architekturstudenten des Instituts für Bau- und Kunstgeschichte der Universität Hannover (aus dem später die Diplomarbeiten zweier Studentinnen entstanden) die Grundmauern des ehemaligen Brennofens der Manufaktur an der - u.a. wegen der rußgeschwärzten Decke (kl. Bild) - vorher vermuteten Stelle (sh. auch Rekonstruktion Grundrisse) gefunden und freigelegt:

Brennraum mit Grundmauern des BrennofensTür zur Diele und geschwärte DeckeIsometrieskizze Brennraum 

Bei den umfangreichen Grabungen wurden u. a. viele Bruchscherben und Werkstücke aus der Produktion gefunden. Ein Teil ist heute in einem "kleinen Museum" in der Manufaktur zu besichtigen, die interessantesten Fundstücke wurden jedoch 1992 dem Kestner-Museum in Hannover als langfristige Leihgabe übergeben, z.B.:

Walzenkrug, Grabungsfund 1990Bruchstücke von Walzenkrügen

Walzenkrug, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Bruchstücke farblos ergänzt, und
Bruchstücke von drei Walzenkrügen derselben Fertigungsserie
Grabungsfunde in Wrisbergholzen 1990

Fehlbrand mit Schamotteplatte 
Fehlbrand von dunkelbraun lasierten Steingutscherben mit Schamotteplatte

Brennboden

Links ist ein Brennboden mit Spuren eines Fehlbrands zu sehen. Diese Schamotteplatten dienten als "Einlegeböden" in geschlossenen, zylinderförmigen Muffelkapseln, die das Brenngut mit seinen Lasuren vor dem direkten Kontakt mit dem Feuer und aggressiven Dämpfen schützten.

Gipsmodeln

Bruchstücke diverser Gipsmodeln, die in der Fayence-Manufaktur verwendet wurden.
Das Gesicht ist ein neu entstandener Gipsabdruck der entsprechenden alten Form daneben.


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Bilder der Manufaktur
Bilder von Fayencen aus Wrisbergholzen

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Verein zur Erhaltung von Baudenkmalen in Wrisbergholzen e.V.