Das gräfliche
Schloss zu Wrisbergholzen
Stahlstich um 1850, Original im Besitz der gräflichen
Familie von Görtz-Wrisberg, Wrisbergholzen
Eines der schönsten Schlösser Niedersachsens liegt im Dornröschenschlaf
Seit dem frühen Mittelalter verfügte die Adelsfamilie von Wrisberg über Besitz und Eigentum im ehemals bischöflichen, 1146 erstmals bezeugten ,,curtis Holthusen". Hier, in landschaftlich reizvoller Lage, ließ sich der Freiherr Rudolph Johann durch die Brüder Bütemeister aus Moringen eines der schönsten Barockschlösser Niedersachsens erbauen. Mit dem großen, zweigeschossigen Mittelteil und den rechtwinklig vorgerückten Seitenflügeln bildete es den Abschluß der von stattlichen Wirtschaftsgebäuden flankierten Gutsanlage.
Über
den Türsturz des Hauptportals ließ der Bauherr seinen
Namen und den seiner Gemahlin Christina Henriette von Goertz setzen;
im Dreiecksgiebel des Mittelrisalits benennt das Allianzwappen mit
der Jahreszahl 1745 die Fertigstellung. Im Erdgeschoß befindet
sich hinter einer weiträumigen Eingangshalle ein großer
Speisesaal. Eine Freitreppe führt zu dem darüberliegenden,
über zwei Stockwerke reichenden Prunksaal mit schönen
Stuckverzierungen.
Ein Bilderbuch seltener Art bietet sich dem Auge im linken Schlossflügel, wo die Wandflächen eines Raumes nach holländischer Manier mit 680 verschieden bemalten Emblemfliesen aus der von 1737 bis 1834 in Wrisbergholzen betriebenen Fayence-Fabrik bekleidet sind.
Kaum zwei Jahrzehnte lang durfte sich der Erbauer des herrlichen Hauses und seiner reichen Ausstattung erfreuen. Mit seinem Tode im Jahre 1764 ging der Besitz an die Tochter seines frühverstorbenen Bruders über, die mit Carl Friedrich von Schlitz, genannt von Goertz, vermählt war. Bei dieser Familie, deren Mitglieder seit 1817 den Grafentitel tragen, verblieben Gut und Schloss bis in die Gegenwart, und so fügten sich auch die Namen von Goertz und von Wrisberg zusammen.
Dem 1986 verstorbenen Eigentümer, Graf Goertz von Wrisberg, fehlten zu seinem Leidwesen finanzielle Mittel, um dringend erforderliche Renovierungen vorzunehmen. So musste er auch den einst so prächtigen, 20 Morgen großen Park mit wertvollem, seltenen Baumbestand der Verwilderung überlassen.
In Anlehnung an H. M. Humburg (aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung)
Ausführliche Informationen (nur Text) zur Entstehung und Geschichte der Schlossanlage finden Sie hier.
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Die Orangerie und ein seitlicher Eingang des
Schlossparks befinden sich genau gegenüber der Manufaktur.
Bild: Gesellschaft im Schlosspark Wrisbergholzen, |
Auf diesem alten Kartenausschnitt (ca. 1815) ist oben
links die Fayence- Manufaktur im "Fabriek Garte" zu sehen,
unten das Schloßgelände, umgeben von einem Graben.
Links befindet sich die Einfahrt zwischen zwei
größeren Wirtschaftsgebäuden auf den Gutshof,
gegenüber rechts das eigentliche Schloßgebäude,
dahinter der Übergang zum Schloßpark.
Ausführliche Informationen zur Entstehung und Geschichte der Schloßanlage finden Sie hier.
Die evangelische Pfarrkirche
Gleich
gegenüber dem Eingang zum gräflichen Gutshof (am linken
Bildrand der Karte) liegt die Kirche des kleinen Ortes
Wrisbergholzen, die auf eine noch längere Geschichte
zurückblicken kann:
Schon in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts ist dort eine dem Hildesheimer Michaeliskloster gehörende Kirche nachgewiesen.
Der Westturm der im übrigen Anfang des 17. Jahrhunderts entstandenen Anlage aus verputztem Bruchsteinmauerwerk stammt aus der Zeit um das Jahr 1200.
Im Inneren ist neben allerhand Ölbildern u. a. eine schöne Holzkanzel auf einer bauchigen Achtecksäule zu bewundern, das Stifterwappen von Münchhausen/von Wrisberg ist mit 1621 datiert.
Entstehung und Geschichte der Schloßanlage
Der Fliesensaal im Schloß Wrisbergholzen
Entstehung und Geschichte der Manufaktur
Verein zur Erhaltung von Baudenkmalen in Wrisbergholzen e.V.