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Rechtschreibreform
Schüler machen doppelt so viele
Fehler
Sind
es nun die ewig Gestrigen oder doch die Ewiggestrigen,
die so viele Fehler im Deutschunterricht machen?
Die erste Bilanz über die Rechtschreibkenntnisse
der Schüler kommt einer Bankrotterklärung gleich.
Der Forscher Uwe Grund von der Universität Saarland
hat die Auswirkungen der Rechtschreibreform unter
die Lupe genommen. Das Ergebnis ist katastrophal:
Auch noch zehn Jahre nach der Einführung kämpfen
Deutschlands Schüler mit der Orthografie. Grund
verglich Diktate und Aufsätze aus den Jahren 1970
bis 2006. Demnach hat sich die Fehlerquote durchschnittlich
mehr als verdoppelt. Hat ein Schüler im Jahr 1970
durchschnittlich noch 3,5 Fehler im Diktat gemacht,
waren es im Jahr 2006 im Schnitt schon 7,4 Fehler
pro Schüler.
„Die Fehler haben sich gerade in den Bereichen
vermehrt, in denen die Reformer regulierend in die
Sprache eingegriffen haben", sagte Grund. Dies
entspreche bei gleichen Bewertungsmaßstäben einer
Absenkung um eine ganze Note. Die größte Fehlerquelle
ist demnach die Interpunktion. Aber auch die Groß-
und Kleinschreibung macht den Schülern zu schaffen.
Die erste Bilanz zeige offenbar, dass die hier keine
Rede von einer „Vereinfachung der Schreibung" sein
kann, bilanziert Grund. Eine leicht verständlichere
Orthografie war damals jedoch das Argument schlechthin
für die Reform gewesen.
29.07.2008
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